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Expand Your Digital Skills & Education

Wie Digitalisierung die Welt verändert

Seit einigen Jahren hat die Bedeutung der Digitalisierung für die Wirtschaft immens zugenommen[1]. Sie umfasst dabei alle Gesellschaftsbereiche von Wirtschaft, Politik, Bildung, Forschung, staatlicher Verwaltung sowie auch die privaten Haushalte. Eine klare Trennlinie zwischen der realen und digitalen Wirtschaft lässt sich kaum noch erkennen. Themen wie E-Commerce im Einzelhandel, (autonome) Roboter in der Altenpflege, Social Media-Plattformen für die Gewinnung und Pflege von Kunden oder 3D-Prints in der Industrie und medizinischen Forschung sind für die Wirtschaft und Gesellschaft eine große Chance auf mehr Lebensqualität, revolutionäre Geschäftsmodelle und effizienteres Wirtschaften. Allerdings verbergen sich auch große Herausforderungen dahinter, die es zu bewältigen gilt.

Digital um jeden Preis

Der Digitalisierungsdruck in sämtlichen Branchen steigt jährlich. Gerade Banken und Versicherungen (Finanzbranche) stehen in der Pflicht, ihre Geschäftsmodelle an die Marktgegebenheiten und gesetzlichen Rahmenbedingungen (insb. an die Europäische Datenschutzgrundverordnung) zeitnah anzupassen, damit sie sowohl gesetzeskonform agieren, als auch weiterhin wettbewerbsfähig bleiben.[2] Aber nicht nur in der Finanzbranche, sondern auch in allen anderen Branchen müssen die Unternehmen ihr eigenes Geschäftsmodell kritisch hinterfragen, um den technologischen Wandel sowie insbesondere den sich verändernden Kundenbedürfnissen gerecht zu werden. Laut der Studie „Digital Value 2018“ von Horváth & Partners gaben 45% der Befragten an, dass unklare Vorgehensweisen als das größte Defizit bei der Umsetzung der Digitalisierung angesehen werden können. Als weiteres Defizit werden starre Unternehmensstrukturen (40%) erachtet, die keine bzw. kaum Flexibilität ermöglichen. Auch fehlt spezifisches Humankapital im Unternehmen (32%), das die „neuen“ Aufgaben adäquat bewältigen kann. Ebenso lassen sich die Wertschöpfungsketten nicht aufbrechen bzw. anpassen (31%).

Sicherheit als ein dynamisches Ziel verstehen

Die Digitalisierung von bisher analogen Prozessen führt Beteiligte und Betroffene in eine evolutionäre, sich stetig verändernde Umwelt mit unvorhersehbaren Herausforderungen und Unbekannten. Bruce Schneier (Chief Technology Officer of IBM Resilient), eine Koryphäe im Security-Bereich, beschreibt einen methodischen Ansatz zur Modellierung und Analyse der Sicherheit von Systemen und Subsystemen in Form von Angriffsbäumen (attack trees).[3] Grundidee ist, sich über Sicherheit im Vorfeld umfassend Gedanken zu machen, ein Fachwissen über Sicherheit aufzubauen, anzueignen und anschließend auch anzuwenden. Auf Veränderungen bezüglich der Sicherheit sollte adäquat und flexibel reagiert werden können. Sicherheit bleibt daher stets ein nie endender Prozess, wobei Angriffsbäume eine gute Basis für das Verständnis schaffen.

Beim Thema Digitalisierung wird in der Praxis allerdings nicht vorbeugend gehandelt. Hier wird die schnelle Umsetzung (aufgrund des enormen Digitalisierungsdrucks) auf Kosten der Sicherheit verfolgt. Neue Technologien werden auch dann eingeführt, wenn im Vorfeld noch nicht alle möglichen Sicherheitsrisiken bekannt und adäquat bewertet wurden. Event-basiertes Handeln ist in der Praxis die gängigere Form, die tatsächlich eher einem überforderten „Hinterherlaufen“ als einem vorausschauenden und sicherheitsbewussten Auftreten entspricht.

Den digitalen Wandel erfolgreich gestalten

Die Digitalisierung soll unser Leben leichter machen. Dieser Grundgedanke sollte im Vordergrund stehen und auch von den Unternehmen „beherzigt“ werden. Schließlich führt nicht alles, wo ein Chip enthalten ist (Stichwort: Smart Home), zwangsläufig zu einer Verbesserung im Alltag. Um den digitalen Wandel erfolgreich gestalten zu können, gilt es die bekannten Hemmnisse zu beseitigen. Zuallererst muss eine klar definierte Strategie ausgearbeitet werden, an der sich die Vorgehensweise zur Umsetzung der Digitalisierung im Unternehmen orientiert. Starre Unternehmensstrukturen sollten sich aus ihren „Ketten befreien“, um eine flexible, marktanpassungsfähige Form anzunehmen. Eine kurzfristige Unterstützung bzw. Ergänzung des Know-hows der Mitarbeiter durch Externe ist legitim. Den Unternehmen wird allerdings empfohlen in ihre Mitarbeiter in Form von Schulungs- bzw. Ausbildungsmaßnahmen zu investieren, um mittel- und langfristige Abhängigkeiten durch Externe zu vermeiden.

IT-Sicherheit ist als Grundbedingung für eine erfolgreiche Digitalisierung zu verstehen und sollte von allen Beteiligten und Betroffenen als maßgebliche Verpflichtung und Aufgabe angenommen werden. Sie ist nämlich nicht als Kostenfaktor, sondern als ein entscheidender Wettbewerbsfaktor wahrzunehmen. Auch die Politik sollte zwei wesentliche Ziele im Fokus behalten. Zum einen die Schaffung von fairen Wettbewerbsbedingungen, damit Wachstum durch Investitionen und Innovationen gefördert und sichergestellt werden kann. Zum anderen die Vorgabe und Gewährleistung von individuellen Grundrechten und Datensouveränität für Jedermann.

 

[1] Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2018): Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL 2018, S. 16 ff.

[2] Vgl. t3n News (2017): Studie: Digitalisierungsdruck gefährdet IT-Sicherheit deutscher Unternehmen.